Als international führender Hersteller von Präzisionsgetrieben und innovationsstarker Partner der Automatisierungsindustrie versteht Nabtesco Europe Nachhaltigkeit zunehmend als strategisches Zukunftsthema. Der Einstieg in die nachhaltigkeitsbezogene Arbeit war zunächst klar regulatorisch geprägt. Die Anforderungen der CSRD gaben den Anstoß, sich strukturiert mit ESG-Themen auseinanderzusetzen. Bereits 2024 wurde mit externer Unterstützung eine Doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt.
Mit den regulatorischen Änderungen durch den Omnibus-Beschluss der Europäischen Union entfiel zwar ein Teil des unmittelbaren Compliance-Drucks, die Relevanz des Themas blieb jedoch bestehen. Kund:innen, Banken und ESG-Ratings forderten weiterhin belastbare Daten – insbesondere zur CO₂-Bilanzierung auf Unternehmensebene. Gleichzeitig bestand der Anspruch, langfristig auf mögliche regulatorische Entwicklungen vorbereitet zu sein.
Die Entscheidung fiel daher bewusst auf einen pragmatischen und zugleich zukunftsfähigen Ansatz: freiwilliges Reporting nach VSME als strukturierter Rahmen sowie der Aufbau einer belastbaren CO₂-Bilanz als Fundament für ein strategisches Nachhaltigkeitsmanagement.
Um das Nachhaltigkeitsmanagement strukturiert aufzubauen und einsichtsreiche CO₂-Daten zu schaffen, entschied sich Nabtesco Europe im Jahr 2024 dafür, dieses Vorhaben zusammen mit Code Gaia umzusetzen.

© Nabtesco Precision Europe GmbH
Zusammenarbeit mit Code Gaia
Nach ersten Erfahrungen mit anderen Tools waren für Nabtesco Europe ausschlaggebend für die Entscheidung für Code Gaia eine klar strukturierte, praxisnahe Software, transparente Methodiken sowie eine deutliche Zeitersparnis gegenüber manuellen oder Excel-basierten Lösungen.
Im Projektverlauf zeigte sich, dass die Zusammenarbeit über eine reine Software-Nutzung hinausging. Code Gaia begleitete den Prozess mit Onboarding, laufendem Austausch und einem abschließenden Plausibilitätscheck der Ergebnisse. Dadurch entstand eine partnerschaftliche Zusammenarbeit, in der fachliche Rückfragen, methodische Klarheit und Qualitätssicherung eine zentrale Rolle spielten.
Zugleich entwickelte sich die Software während der Nutzung kontinuierlich weiter. Neben der Einführung neuer Funktionen wurden bestehende Strukturen und Nutzendenführungen gezielt überarbeitet, um die Anwendung im Alltag effizienter und nutzerfreundlicher zu gestalten. Dieser iterative Ansatz trug dazu bei, dass Nabtesco die Code-Gaia-Software nicht nur als Reporting-Lösung, sondern als langfristig einsetzbares Instrument für ihr Nachhaltigkeitsmanagement etablieren kann.

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Zentraler Aufbau des Nachhaltigkeitsmanagements
Das Nachhaltigkeitsmanagement wurde bei Nabtesco Europe zentral aufgebaut. Die Datensammlung und CO₂-Bilanzierung erfolgten über mehrere Gesellschaften hinweg und wurden vollständig intern gesteuert. Dabei wurden Rechnungen, Energie- und Verbrauchsdaten systematisch erfasst, den jeweiligen Scopes zugeordnet und über Code Gaia bilanziert.
Der erste VSME-Bericht wurde erfolgreich erstellt und bewusst auch visuell aufbereitet, um sowohl intern als auch extern Mehrwert zu schaffen. Ziel war es, die umfangreiche Datensammlung nicht nur als Zahlenwerk, sondern als verständliches Kommunikations- und Steuerungsinstrument nutzbar zu machen.
Gleichzeitig dient die CO₂-Bilanz heute als belastbare Datenbasis für Abstimmungen mit der Konzernzentrale in Japan. Unterschiede in Methodik oder Emissionsfaktoren können transparent erklärt und konsolidiert werden. Damit wurde erstmals eine einheitliche Grundlage geschaffen, auf der sich Emissionen nicht nur berichten, sondern gezielt analysieren und bewerten lassen.
Ergebnisse und Mehrwert
Die CO₂-Bilanz des Geschäftsjahres 2024 schafft Transparenz über die Emissionsstruktur und zeigt, dass der überwiegende Teil der Emissionen außerhalb der direkten Kontrolle entsteht. Gleichzeitig wurde deutlich, dass insbesondere der Energiebezug in Scope 2 einen wirksamen Hebel für kurzfristige Emissionsreduktionen darstellt.
Auf Basis dieser Erkenntnisse konnte Nabtesco Europe gezielt Maßnahmen ableiten. Bereits durch die Umstellung des Strombezugs ließen sich in einzelnen Gesellschaften Emissionsreduktionen von bis zu 80 Prozent realisieren – bei gleichzeitiger Kosteneinsparung. Die CO₂-Bilanz fungiert damit nicht nur als Reporting-Grundlage, sondern als Instrument zur Priorisierung wirtschaftlich und ökologisch sinnvoller Maßnahmen.
Reduktion der Scope-2-Emissionen als kurzfristig wirksame Maßnahme im Bereich Energieversorgung um
80 %

Die CO₂-Bilanz hat uns erstmals klar gezeigt, wo unsere Emissionen entstehen und wo wir mit überschaubarem Aufwand wirklich etwas bewegen können. Auf dieser Basis lassen sich Maßnahmen deutlich gezielter priorisieren.


Michael Häcker
Sustainability Manager Nabtesco Europe GmbH

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Ausblick und Fazit
Nach dem Aufbau der 2024er-Baseline liegt der Fokus nun auf der Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements. Geplant sind die Ableitung weiterer CO₂-Reduktionsmaßnahmen, der Ausbau des Reportings sowie die Nutzung der Daten als aktives Managementinstrument.
Zukünftige CO₂-Bilanzen sollen effizienter erstellt und zeitnäher veröffentlicht werden. Gleichzeitig werden die Ergebnisse stärker in strategische Entscheidungen eingebunden – sowohl auf Gesellschaftsebene als auch im Konzernkontext. So entwickelt sich Nachhaltigkeit bei Nabtesco Europe schrittweise von einer Reporting-Anforderung zu einem festen Bestandteil unternehmerischer Steuerung.



