Gemeinsam mit Philipp Degen, Manager Climate Change & Sustainability Services bei EY, zeigen wir in unserem Webinar, wie Unternehmen die PPWR-Anforderungen erfolgreich umsetzen und welche Schritte jetzt entscheidend sind. Webinar verpasst? Kein Problem, hier geht’s zur kostenlosen Webinaraufzeichnung.
Inhalt
- Was ist die PPWR und wer ist betroffen?
- Die wichtigsten Fristen der PPWR im Überblick
- Konformitätserklärung & technische Dokumentation: Was bis August 2026 erforderlich ist
- Die größten Herausforderungen bei der Umsetzung der PPWR
- Schritt für Schritt zur PPWR-Compliance
- Wie Code Gaia Unternehmen unterstützt
Was ist die PPWR und wer ist betroffen?
Die PPWR steht für Packaging and Packaging Waste Regulation und ist die neue EU-Verordnung für Verpackungen und Verpackungsabfälle. Sie löst die bisherige Verpackungsrichtlinie ab und gilt als Verordnung unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten. Ziel ist es, Verpackungsabfälle zu reduzieren, Recyclingfähigkeit zu verbessern, den Einsatz von Rezyklaten zu erhöhen und Verpackungen insgesamt stärker in Richtung Kreislaufwirtschaft auszurichten.
Betroffen sind grundsätzlich alle Unternehmen, die Verpackungen oder verpackte Produkte im EU-Markt in Verkehr bringen. Anders als bei der CSRD gibt es keine klassischen Schwellenwerte nach Unternehmensgröße. Relevant ist vielmehr, ob Verpackungen in der eigenen Lieferkette eine Rolle spielen.
Dazu gehören unter anderem Unternehmen, die Verpackungen entwickeln, herstellen, importieren, vertreiben oder unter eigener Marke auf den Markt bringen. Besonders betroffen sind Branchen mit hohem Verpackungsaufkommen – etwa Konsumgüter, Food & Beverage, Einzelhandel, E-Commerce, Logistik und Industrie. Entscheidend ist daher im ersten Schritt, die eigene Rolle in der Lieferkette zu verstehen, denn davon hängen die konkreten Pflichten unter der PPWR ab.
Je nach Unternehmensstruktur gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, das eigene Verpackungsportfolio für die PPWR systematisch zu erfassen. Ob verpackungs-, produkt- oder rollenorientiert – entscheidend ist, einen strukturierten Ansatz zu wählen und Verantwortlichkeiten frühzeitig festzulegen.

Die wichtigsten Fristen der PPWR im Überblick
2025: PPWR tritt in Kraft
12. August 2026:
- erste verbindliche Anforderungen
- technische Dokumentation
- Konformitätserklärung
2028: Veröffentlichung der Design-for-Recycling-Kriterien
2030:
- Recyclingfähigkeit
- Mindestrezyklatanteile
- weitere Nachhaltigkeitsanforderungen
Konformitätserklärung & technische Dokumentation: Was bis August 2026 erforderlich ist
Die erste große Frist der PPWR rückt näher: Ab dem 12. August 2026 müssen Erzeuger nachweisen können, dass ihre Verpackungen die geltenden Anforderungen der Verordnung erfüllen. Im Mittelpunkt stehen dabei die technische Dokumentation und die Konformitätserklärung.
Die technische Dokumentation bildet die Grundlage für die spätere Konformitätserklärung. Sie enthält alle relevanten Informationen und Nachweise, die belegen, dass eine Verpackung die Anforderungen der PPWR erfüllt. Welche Dokumente benötigt werden, hängt von der jeweiligen Verpackungsart ab. Typische Bestandteile sind beispielsweise:
- Material- und Stoffinformationen
- technische Spezifikationen und Zeichnungen
- Prüf- und Testberichte
- Nachweise zu Rezyklatanteilen oder Stoffbeschränkungen
- Informationen und Erklärungen von Lieferanten
Auf Basis dieser Dokumentation wird anschließend die Konformitätserklärung erstellt. Mit ihr bestätigt der Erzeuger, dass die jeweilige Verpackung den relevanten Anforderungen der PPWR entspricht. Die Erklärung wird für jede Verpackungsart individuell erstellt und muss eindeutig einer Verpackung zugeordnet werden können.
Wichtig zu wissen: Die Konformitätserklärung muss zum Stichtag noch nicht bei einer Behörde eingereicht werden. Unternehmen sind jedoch verpflichtet, sie zusammen mit der technischen Dokumentation bereitzuhalten. Im Rahmen möglicher Stichproben oder behördlicher Kontrollen müssen beide Dokumente jederzeit vorgelegt werden können.
Die größten Herausforderungen bei der Umsetzung der PPWR
Die eigentliche Herausforderung der PPWR liegt häufig nicht in der Erstellung einer einzelnen Konformitätserklärung, sondern im Aufbau eines strukturierten Prozesses. Viele Unternehmen verwalten zahlreiche Verpackungsarten, beziehen Materialien von unterschiedlichen Lieferanten und müssen Informationen aus verschiedenen Abteilungen zusammenführen.
Besonders anspruchsvoll sind dabei:
- Transparenz über das gesamte Verpackungsportfolio schaffen,
- fehlende Daten und Nachweise von Lieferanten einholen,
- technische Dokumentationen vollständig und aktuell halten,
- Prozesse langfristig in Einkauf, Produktentwicklung und Qualitätsmanagement integrieren.
Hinzu kommt, dass viele Detailanforderungen der PPWR schrittweise durch weitere Rechtsakte konkretisiert werden. Unternehmen müssen ihre Dokumentation daher nicht nur einmalig erstellen, sondern kontinuierlich aktualisieren und an neue regulatorische Vorgaben anpassen. Dadurch wird deutlich: Die PPWR ist kein einmaliges Compliance-Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess, der frühzeitig geplant und effizient organisiert werden sollte.
Schritt für Schritt zur PPWR-Compliance
Die Umsetzung der PPWR beginnt nicht erst mit der Erstellung der Konformitätserklärung. Unternehmen sollten bereits heute einen strukturierten Projektplan aufsetzen, um Datenlücken zu schließen und Prozesse langfristig zu etablieren.
Ein sinnvoller Projektablauf umfasst:
- Verpackungsportfolio analysieren und strukturieren
- Rollen und Verantwortlichkeiten definieren
- Datenlücken identifizieren
- Lieferanten frühzeitig einbinden
- Technische Dokumentation aufbauen
- Konformitätserklärungen erstellen
- Prozesse dauerhaft im Unternehmen verankern
Ein zentraler Schritt ist außerdem, die eigene Rolle innerhalb der Lieferkette genau zu verstehen. Denn je nachdem, ob ein Unternehmen als Lieferant, Importeur, Hersteller, Produzent oder Vertreiber agiert, unterscheiden sich auch die konkreten Pflichten unter der PPWR.

Wie Code Gaia Unternehmen unterstützt
Die Umsetzung der PPWR erfordert eine Vielzahl an Daten, Dokumenten und Abstimmungen entlang der gesamten Lieferkette. Genau hier unterstützt das PPWR-Modul von Code Gaia.
Unternehmen können Verpackungen und Verpackungsarten zentral verwalten, technische Dokumentationen strukturiert aufbauen und Lieferanteninformationen an einem Ort bündeln. Mithilfe KI-gestützter Funktionen lassen sich Dokumente automatisiert auslesen und den jeweiligen Verpackungen zuordnen. Auf dieser Grundlage können Konformitätserklärungen effizient erstellt und digital bereitgestellt werden.
So entsteht ein durchgängiger Prozess – von der Datenerfassung über die Dokumentation bis hin zur revisionssicheren Bereitstellung aller erforderlichen Nachweise.





