Die transformative Kraft des Sports: Vereine auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit

talk | 30. Mai 2023
Phillip Blumenthal
Head of Sustainability

Sport vereint Menschen aus verschiedenen Kulturen und lässt sie gemeinsam für ein Ziel begeistern. Dieser Teamgeist ist im Grunde genommen genau das, was die Gesellschaft braucht, um sich den Herausforderungen des Klimawandels entgegenzustellen. Gut, dass die Sportwelt sich schon an die Arbeit gemacht hat. Die stark im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehende Sportvereine erkennen zunehmend ihre Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel und setzen schon jetzt verstärkt auf nachhaltige Entwicklung, um Mitglieder, Fans und Investoren zu begeistern.

In diesem Blogartikel werfen wir einen Blick auf die freiwilligen Regelwerke, die sich Fußball- und Wintersportvereine sowie die globale Sportgemeinschaft auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit bereits auferlegt haben. Außerdem beleuchten wir kurz die Vorbildfunktion des VFB Stuttgarts, der mit Code Gaia ein vollständiges und zentralisiertes Nachhaltigkeitsreporting aufgesetzt hat.

Nachhaltigkeit im Fußball

Am 30. Mai 2022 haben die 1. und 2. Bundesliga als erste große Profifußballligen verbindliche Nachhaltigkeitsrichtlinien in ihre Lizenzierungsordnung aufgenommen. Diese Richtlinien sollen sicherstellen, dass die Vereine Maßnahmen ergreifen, um ihre Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Governance zu minimieren und eine nachhaltigere Fußballindustrie zu fördern.

Bekenntnis der DFL zu mehr Nachhaltigkeit 

Die Vereine setzen mit diesem Beschluss ihren gemeinsamen Weg fort, den sie im Dezember 2021 eingeschlagen haben. Zu dieser Zeit haben sie ein klares Bekenntnis zur Nachhaltigkeit in allen Dimensionen (ökologisch, ökonomisch, sozial) in die Präambel der Satzung des DFL e.V. aufgenommen. Darüber hinaus wurde grundsätzlich beschlossen, dass Nachhaltigkeitskriterien Teil des Lizenzierungsverfahrens werden sollen. Für dieses Verfahren wurden Mindestkriterien in drei Bereichen festgelegt:

  1. Clubführung und Organisation 🤝 
  2. Umwelt und Ressourcen 🌱
  3. Anspruchsgruppen 💼 

Die Erfüllung der Mindestkriterien I muss bereits im Lizenzierungsverfahren für die Spielzeit 2023/24 nachgewiesen werden. Für die noch weiter konkretisierten Mindestkriterien II besteht vorerst noch eine optionale Regelung. Im Lizenzierungsverfahren für die Spielzeit 2024/25 wird erstmals die verpflichtende Erfüllung der Mindestkriterien I und II bewertet.

Selbstverpflichtung zur Offenlegung von Nachhaltigkeits- und Umweltstrategie

In Zukunft werden die Vereine verpflichtet sein, eine Nachhaltigkeits- und Umweltstrategie vorzulegen, die jährliche Messwerte für Wasserverbrauch, Abwasserproduktion, Energieverbrauch sowie eine Analyse der Mobilität und des Verkehrs umfasst. Außerdem ist die Einhaltung eines Verhaltenskodex für alle Clubmitarbeitenden obligatorisch, um Diskriminierung jeder Art auszuschließen und sich zur Gleichberechtigung, Vielfalt und Inklusion zu bekennen. Die Überprüfung erfolgt sowohl durch interne DFL-Kolleg:innen als auch durch externe Agenturen.

Um sicherzustellen, dass Maßnahmen, die Auswirkungen auf die strukturelle, personelle und finanzielle Planung haben, für alle Vereine in verschiedenen Ligen umsetzbar sind, müssen die wirtschaftliche und strukturelle Vielfalt innerhalb der DFL berücksichtigt werden (ein FC Bayern hat zum Beispiel ganz andere Handlungsspielräume als der 1. FC Nürnberg).

Die Lizenzierungsordnung markiert selbstverständlich erst den Anfang eines tatsächlich nachhaltigen Fußballs in Deutschland. Der Weg zu mehr Nachhaltigkeit ist ein langjähriger Entwicklungsprozess, der kontinuierliche Verbesserungen erfordert.

Der VfB als Vorbild bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Der VfB Stuttgart geht bereits als gutes Vorbild voran und hat sich vorgenommen, ein vollständiges und zentralisiertes Nachhaltigkeitsreporting umzusetzen, um der nicht-finanziellen Berichterstattung (CSRD), aber auch den DFL-Lizenzkriterien gerecht zu werden. Dabei unterstützt ihn Code Gaia mit einer einfach zu bedienenden SaaS-Lösung bei der Analyse, Optimierung und Kommunikation ihrer Nachhaltigkeit.

Durch die automatisierte Berechnung der ESG-Kennzahlen und der 1-Klick-Berichte nach verschiedenen Standards (GHG-Protokoll-konforme CO₂-Bilanz, ESRS, EcoVadis, GRI, DNK…) wird der Verein durch unsere Softwarelösung einen transparenten Überblick über die eigene Nachhaltigkeit und Handlungsfelder erhalten. Diese werden mithilfe unserer Nachhaltigkeitsexpert:innen optimiert.

So geht der VfB in Sachen Nachhaltigkeitsbericht den richtigen Weg und kann die Reportings künftig auch transparent mit Stakeholdern teilen. 🚀

Spätestens mit der Nachhaltigkeitsberichtspflicht, die ab 2024 in Kraft tritt, müssen sich die meisten Vereine mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen.

Nachhaltigkeit in der globalen Sportgemeinschaft: Das ‘Sports for Climate Action Framework’

Den Sportgemeinschaften weltweit ist die Dringlichkeit, klimaneutral zu werden, natürlich ebenfalls ein wichtiges Anliegen. Das UN-Klimaschutzabkommen fordert Sportorganisationen und ihre Stakeholder im dazu auf, sich der neuen Bewegung Sports for Climate Action Framework für den Klimaschutz im Sport anzuschließen.

Dabei stehen zwei Hauptziele im Fokus: Erstens soll die globale Sportgemeinschaft einen klaren Kurs einschlagen, um den Klimawandel durch verifizierte Standards, Verpflichtungen und Partnerschaften zu bekämpfen. Zweitens soll der Sport als verbindendes Instrument dienen, um Bürger:innen weltweit zu vereinen und Solidarität für den Klimaschutz zu schaffen.

Alle Sportvereine, die sich der Initiative anschließen, sollten folgende Ziele erreichen: 

  1. Mittelfristig soll eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 50 % bis spätestens 2030 (basierend auf dem Jahr 2019, sofern keine Daten verfügbar sind, das jüngste Jahr) erreicht werden. 
  2. Langfristig strebt man die vollständige Eliminierung der Treibhausgase bis 2040 an. 
  3. Dabei sollen sowohl Scope 1, 2 als auch 3 Emissionen (sofern messbar) in die Reduktionsziele einbezogen werden.
  4. Wenn eine Organisation zu 40 % oder mehr Scope 3 Emissionen verursacht, wird eine individuelle Zielsetzung für die Reduktion dieser Emissionen gefordert.
  5.  Seit Dezember 2021 ist die Verpflichtung zur Nachhaltigkeit, die Entwicklung eines konkreten Plans, die Umsetzung und Berichterstattung verbindlich.

Die Umsetzung dieser Ziele ermöglicht es Sportvereinigungen, eine Führungsrolle im Klimaschutz zu übernehmen und einen Meilenstein in der nachhaltigen Entwicklung zu setzen. 

Nachhaltigkeit im Wintersport

Auch der Wintersport bleibt von den Auswirkungen des Klimawandels nicht verschont; zu warme Winter bedrohen nicht zuletzt seine wirtschaftliche Grundlage. 

Deshalb haben sich der Deutsche Skiverband (DSV) und der Deutsche Snowboard Verband (SNBGER) zum Ziel gesetzt, die Herausforderungen des Klimawandels als Chancen für Veränderungen zu nutzen. Ihr langfristiges Ziel besteht darin, den Wintersport erfolgreich mit geringen Nachhaltigkeitsrisiken in Einklang mit Umwelt und Gesellschaft zu betreiben.

Der Beirat für Umwelt und nachhaltige Entwicklung

Bereits im Jahr 1987 hat die Stiftung für Sicherheit im Skisport (SIS) als erster deutscher Sportverband einen “Beirat für Umwelt und nachhaltige Entwicklung” etabliert und ist seitdem das Kompetenzzentrum für die Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen. 

Die abgeleiteten Maßnahmen aus den Handlungsfeldern konzentrieren sich auf Wintersportveranstaltungen, die als Vorreiter für eine sportliche und nachhaltige Regionalentwicklung dienen. Dabei stehen Themen wie Klimaschutz, Energieeffizienz, Mobilität, Regionalität und wirtschaftliche Tragfähigkeit im Fokus. 

Auch Trainingsstützpunkte sollen ressourceneffizient, modern, ganzjährig nutzbar, bedarfsorientiert und wirtschaftlich tragfähig gestaltet werden.

Sportvereine und Verbände im Wintersport spielen eine entscheidende Rolle bei der Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Sie setzen sich aktiv mit Themen wie Nachhaltigkeitsorganisation, Beschaffung, Mobilitätsmanagement, Vielfalt und Sicherheit sowie Compliance auseinander. Dabei orientieren sie sich an internationalen Rahmenwerken wie den “SDGs der Vereinten Nationen”, den Vorgaben der Internationalen Biathlon-Union (IBU) und der Internationalen Skiverband (FIS) sowie der von den Verbänden unterzeichneten UN-Deklaration “Sports for Climate Action Framework”. Zudem gehen sie nur Kooperationen mit Partnern ein, die sich ebenfalls im Prozess eines nachhaltigen Wandels befinden.

Zusammenfassend bilden die weitreichenden Selbstverpflichtungen und Grundsätze der Sportverbände die Grundlage für das Nachhaltigkeitsmanagement. Sie stellen einen guten Kompromiss zwischen langfristigem Wintersportbetrieb, dem Schutz der Umwelt und den gesellschaftlichen Anforderungen dar.

Ready, Set, Nachhaltigkeit!

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Sportgemeinschaft zunehmend anerkennt, dass sie eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielt. Durch die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in das Lizenzierungsverfahren und die Schaffung der Initiative “Sports for Climate Action” zeigen Sportorganisationen bereits ihr Engagement für mehr Nachhaltigkeit. Dieser gemeinsame Weg in Richtung Klimaneutralität verdeutlicht, dass die Sportwelt bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und einen positiven Einfluss auf globale Klimaziele zu nehmen. 

Schließen Sie sich jetzt der nachhaltigen Bewegung an und werden auch Sie aktiv! Wir unterstützen Sie gerne bei der Vorbereitung und Erstellung zukünftig verpflichtender Berichte. Gemeinsam können wir mit wenig Zeitaufwand einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten. Kontaktieren Sie uns noch heute, um unsere Softwarelösung kennenzulernen!

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